Warum kaufen alle Klopapier? Ein Jahresrückblick.

Warum kaufen alle Klopapier? Ein Jahresrückblick.

Jahresrückblick

Google, Twitter oder YouTube haben dieser Tage Ihre Listen der Top-Suchbegriffe 2020 veröffentlicht. Wie Sie schon der Überschrift entnehmen können, ist so manche eher amüsante Frage dabei – allerdings auch weniger überraschende Suchbegriffe.

Jahresrückblick: Die Rangliste der meistgesuchten Begriffe und meistgestellten Fragen 2020

„Warum kaufen alle Klopapier?“ lautete – man konnte es ahnen – 2020 eine der meistgestellten Fragen an Google. Die Ranglisten der Suchen fallen allerdings trotz Covid-19 überraschend abwechslungsreich aus. Die Listen von YouTube oder Twitter zeigen ganz andere Welten. Man kann also daraus auch ablesen, was die jeweiligen Netzwerke und Dienste voneinander unterscheidet.

„Corona-Pandemie“ – beherrschendes Thema des Jahres

Welche Begriffe haben das Jahr geprägt? Das „Wort des Jahres“, das „Unwort“ oder das „Jugendwort“ des Jahres 2020 helfen vielleicht weiter? Sie alle tauchen in den beliebtesten Suchanfragen allerdings nur am Rande auf.

Zum Jahresende geben wir einem kleinen „wortgewaltigen“ Überblick über das Jahr 2020.

Das "Wort des Jahres" in Deutschland wird regelmäßig seit 1977 traditionell bereits am 30. November von der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt.

In Deutschland landete, wie nicht anders zu erwarten, „Corona-Pandemie“ auf dem ersten Platz. Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist der Meinung, dass die Wortzusammensetzung das beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres 2020 am besten trifft.

In Österreich – und das überrascht vermutlich nicht nur den Schreiber dieser Zeilen – wurde der „Babyelefant“ gewählt. Das Wort hat als viel genutztes Symbol für den coronabedingten Hygieneabstand Eingang in die Alltagssprache gefunden. Andere Länder, andere „Worte des Jahres“…

Das "Unwort des Jahres" ist nicht so schnell wie das “Wort des Jahres“. Es lässt mit der Veröffentlichung noch bis Mitte Januar 2021 auf sich warten.

Die mehr sprachkritische Aktion "Unwort des Jahres" macht mit ihrer alljährlichen Aktion auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam und möchte so sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Da wird man 2020 sicher leicht fündig. Reine Schimpfwörter zählen natürlich nicht.

Bislang sind nach Angaben der Jury schon einige Vorschläge zum "Unwort" eingegangen. Schwerpunkt in diesem Jahr der Pandemie ist entsprechend die Sprachwahl rund um das Coronavirus.

Einige eingereichte Beispiele:

  • "Alarmismus"
  • "Systemling"
  • "Corona-Diktatur"
  • "Wirrologen"
  • "Covidioten"

Vorschläge können auch Sie noch bis Ende Dezember einreichen. Mailen Sie einfach an: vorschlaege [at] unwortdesjahres.net

Abseits „von Corona“ bringen sich allerdings noch andere starke Wettbewerber*innen in aussichtsreiche Positionen, für die Entscheidung zum „Unwort des Jahres 2020“

Auch hier einige knackige Beispiele:

  • "Systemrelevant"
  • "Abschiebepatenschaft"
  • "Ankerkinder"
  • "Migrationsabwehr"
  • "Schweinestau"
  • "nukleare Teilhabe"
  • "Opferanspruchsideologie"

„Lost“ ist das Jugendwort des Jahres 2020. Kennen Sie nicht? Ich auch nicht. Nun ja, zugegeben, von jugendlich bin ich auch schon einige Jahrzehnte entfernt.

In der Endrunde der Wahl standen jedenfalls:

  • „Wild“
  • „Lost“
  • „Cringe“

Google stellt „trending“ Suchbegriffe vor

Google hat nun ebenfalls wie jedes Jahr seine Bestenlisten vorgestellt. Die Hitlisten soll natürlich ebenfalls verdeutlichen, welche großen Themen das Jahr brachte und was die Menschen bewegt hat.

Die marktführende Suchmaschiene stellte dabei allerdings nicht die meistgesuchten Begriffe vor, sondern die »trending« Suchbegriffe. Das sind die Begriffe in den Suchanfragen mit dem größten Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Begriffe wie „Wetter“ oder auch „Internetplattformen und Dienste wie Facebook oder Gmail“ sind natürlich in der absoluten Zählung immer weit oben, daher beschränkt man sich auf „trending“ und berücksichtigt diese „alltäglichen“ Suchanfragen nicht – oder gibt diese nicht bekannt. Vielleicht wären die Topsuchergebnisse bei Google allerdings auch einfach nicht jugendfrei.

Wo-, Warum- und Wann-Fragen bei Google

Google ist mittlerweile, auch Dank der sich verbreitenden Sprachassistenz-Systeme, für viele Deutsche nicht nur eine „Begriff-Suchmaschine“. Auch ganze Fragen werden gestellt. Skurril ist allerdings mitunter, was gefragt wird.

  • „Wann öffnen die Schulen wieder?“
  • „Wo ist der Orkan jetzt?“
  • „Warum wurden Kelloggs Cornflakes erfunden?“
  • „Wo liegt Hanau?“
  • „Warum kaufen alle Klopapier?“

Es verwundert beim intellektuellen Niveau dieser Fragen dann auch kaum, dass eine ebenfalls sehr beliebte Frage lautet:

  • „Wo fällt morgen die Schule aus?“

YouTube - die Top Trending Videos in Deutschland 2020

Natürlich ist 2020 auch die YouTube-Landschaft bunter und größer geworden. Der meistgeklickte Clip in Deutschland in den letzten zwölf Monaten erschien auf dem Wissenschaftskanal maiLab, den unter anderem die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim betreut. Ihr Beitrag über den Stand der Corona-Pandemie im April 2020 wurde bis heute über sechs Millionen Mal aufgerufen.

Den größten Abonnentenzuwachs konnte der Entertainer Varion verzeichnen. Innerhalb eines Jahres kletterte die Zahl seiner Follower von 10.000 auf 1,4 Millionen.

Erstmals gekürt wurde auch der Breakout Creator des Jahres. Hier geht es um Künstler*innen, deren deutsche Community prozentual am meisten gewachsen ist. Sieger ist hier Kai Pflaume, der erst vergangenen September mit seinem Kanal Ehrenpflaume an den Start ging.

Twitter hatte ein politisch geprägtes Jahr

Twitter ist immer noch eher ein Nachrichtenkanal und nicht selten das Netzwerk schlechthin für das so genannte »Doomscrolling«. Twitter liefert gerne eine endlose Timeline düsterer Aussichten für die Welt. 2020 haben Themen wie die Corona-Pandemie, die US-Wahlen oder auch die Black-Lives-Matter-Bewegung die ganze Welt beschäftigt. Somit spiegeln sich diese Themen natürlich auch im Jahresrückblick wider.

Einigermaßen erwartbar waren entsprechend die beliebtesten Hashtags der deutschen Nutzerinnen und Nutzer. Viele politische Themen finden sich, dazwischen nur wenig Entertainment. Gemessen wurde zwischen dem 1. Januar und 24. November 2020.

  • #corona
  • #merkel
  • #trump
  • #blacklivesmatter
  • #hanau
  • #moria
  • #nintendoswitch
  • #animalcrossing
  • #bts.

Auch die stark wachsenden Twitter-Accounts sind von Corona geprägt: Ganz oben in den Beliebtheits-Rankings von Twittr finden sich hier gleich drei Virologen: Christian Drosten, Alexander Kekulé und Hendrick Streeck. Auch die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die auch das erfolgreichste YouTube-Video des Jahres veröffentlicht hat, ist hier mit dabei.

Welche Keywords werden 2021 für Sie relevant?

Vielleicht haben auch Ihre Webseiten zum Jahresende 2020, unabhängig von allen getroffenen SEO-Maßnahmen, durch das December 2020 Core Update von Google noch einmal erhebliche Schwankungen erlebt und Ranking-Verluste erlitten.

Ein Blick auf die Themen und Suchanfragen 2020 erinnert uns daran, regelmäßig die Möglichkeit und die Auswirkungen der zahlreichen Google Updates auf die eigenen Keywords zu beobachten und zu analysieren. Man kann so frühzeitig Auswirkungen erkennen und bei Bedarf korrigierend eingreifen.

Wir helfen Ihnen gerne. Sprechen Sie uns einfach an!

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[Foto: skitterphoto / Pexels]