New Work @ Homeoffice – mobiles Arbeiten 2020

New Work @ Homeoffice – mobiles Arbeiten 2020

New Work

Viele Hessen arbeiten seit Wochen im New Work @ Homeoffice. Ganz plötzlich sind vor über zwei Monaten viele Beschäftigte ins Homeoffice gestolpert und erfahren jetzt, was es heißt, mal nicht jeden Tag im Büro zu sein. Auch das Team von Simple Web-Solutions hat im März spontan die Zelte im Büro abgebrochen.

Willkommen im New Work: Wie sich unser Arbeiten langfristig verändert

Seit über acht Wochen arbeiten viele Beschäftigte jetzt coronabedingt von zu Hause. Anfangs war man in vielen Unternehmen skeptisch, ob „so viel Homeoffice“ funktionieren kann, mittlerweile läuft es in vielen Firmen gut und mobiles Arbeiten gehört weitverbreitet zum Alltag.

Viele Bürobeschäftigte können sich vorstellen, auch dauerhaft weiterhin im Homeoffice zu arbeiten – zumindest tageweise. Ein großer Teil der neuen „New Worker“ scheint zufrieden damit und möchte dies beibehalten. Sie wünschen sich mehr Flexibilität, mehr Videokonferenzen und kürzere Arbeitszeiten, da sie im Homeoffice messbar produktiver arbeiten.

Viele Firmen planen mittlerweile, auch nach der Corona-Krise so weiterzumachen. Das scheint nicht nur unter unternehmerischen Aspekten interessant, man betrachte beispielsweise die horrenden Mieten für großflächige Büroräume in zentralen Lagen, es ist ökologisch sogar sehr sinnvoll, Pendlerströme zu reduzieren.

New Work ist allerdings nicht überall beliebt und aktuelle Zahlen belegen: Die Mehrzahl der Beschäftigten will gar nicht im Schwerpunkt zuhause arbeiten. Auch Gewerkschaften zeigen sich skeptisch.

Ein Zurück in die alte Arbeitswelt wird es nicht geben

New Work im Homeoffice und Kontaktverbote haben analoge Führungsetagen aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Bisher eher unauffällige Mitarbeiter zeigen plötzlich, das Arbeiten auch ganz anders funktioniert und gehen voran.

Vorbei sind die Zeiten, als man noch zu einem kurzen Meeting nach München flog. Lange Zug- oder Autofahrten quer durch die Republik, nur um einen schnellen Kaffee mit Kunden zu genießen, sind passé. Natürlich wird es weiterhin wichtige Dienstreisen geben, doch viele Onboardings und Produktpräsentationen funktionieren schon jetzt hervorragend auch digital und per Videokonferenz. Der Rollkoffer fährt also zukünftig häufiger in den Urlaub als zu spontanen Meetings.

New Work im Homeoffice

New Work: Mobiles Arbeiten pro und contra

Selbst sehr analog agierende Unternehmen und konservative Führungskräfte haben in der Krise gelernt, wie man mit Videokonferenzen umgeht. Erste große Konzerne, haben bereits Konsequenzen aus den Erfahrungen in der Corona-Krise gezogen.

Twitter-Angestellte sollen auch nach der Coronakrise im Homeoffice arbeiten dürfen Twitter-Chef Jack Dorsey bewertet die Situation positiv. Sofern es die jeweilige Tätigkeit der Beschäftigten zulässt, sollen die Twitter-Mitarbeiter*innen auch nach der Coronakrise von zu Hause arbeiten können.

Allerdings hatte Dorsey auch schon vor Beginn der Pandemie angekündigt, zukünftig mehr auf verteiltes Arbeiten und weniger auf Präsenz am Firmensitz zu setzen.

In Deutschland plant die Post beispielsweise, dass zukünftig ein Teil der Angestellten von zu Hause aus arbeitet. Und die französische Opel Mutter PSA sieht für alle Bereiche außerhalb der Produktion, im Homeoffice den Regelarbeitsplatz im New Work.

Und noch ein Beispiel aus dem deutschen Mittelstand: Beim Autozulieferer Elkamet Kunststofftechnik im mittelhessischen Biedenkopf waren laut Geschäftsführer Eberhard Flammer in früheren Zeiten rund 20 Beschäftigte regelmäßig im Homeoffice. Zurzeit sind es bis zu 160 pro Tag – und das Unternehmen macht gute Erfahrungen. Die Möglichkeiten für New Work im Homeoffice sollen ausgeweitet werden.

Noch zum Jahresbeginn 2020 war das Thema „Homeoffice“ oder mobiles Arbeiten die absolute Ausnahme und in vielen Unternehmen heiß diskutiert. Beschäftigte feilschten mit Vorgesetzten um jede Arbeitsstunde, die zuhause gearbeitet werden durfte und flexible Arbeitsmodelle waren fast undenkbar.

Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums haben vor der Krise zuletzt rund 12 Prozent der Beschäftigten ganz oder zumindest an einzelnen Tagen von zu Hause aus gearbeitet.

Die mit der Corona-Krise verbundenen Einschränkungen haben dies für viele Betriebe schlagartig geändert. Die Zahl der Unternhmen mit Beschäftigten in Heimarbeit hat sich fast verdreifacht, auf gut 35 Prozent. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Alleine in Hessen arbeiten über 1,2 Millionen Erwerbstätige derzeit zumindest tageweise regelmäßig nicht im Büro oder in ihrer Firma, sondern am Küchentisch, auf dem Sofa oder in einem privaten Arbeitszimmer.

Eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks (hr) hat jetzt ergeben, dass mit den Erfahrungen der vergangenen Wochen nur 43 Prozent der Befragten zukünftig weiter von zu Hause aus arbeiten möchten.

54 Prozent der Teilnehmenden an der Umfrage wollen nach Corona nicht mehr dauerhaft im Homeoffice arbeiten.

Natürlich gibt es Lebensmodelle, in denen die Homeoffice-Nachteile überwiegen. Eltern von drei Kindern beispielsweise, die beide am Küchentisch arbeiten, haben natürlich erhebliche Probleme, wenn dazu auch der Schulunterricht ausfällt. Homeoffice und New Work funktioniert genau dort sehr gut, wo auch die Rahmenbedingungen für die Angestellten passen.

Für viele Beschäftigte ist auch die gemeinsame Mitagspause in der Kantine ein wichtiger Tagestermin, um im Team Gedanken auszutauschen. Gerade auch diese persönlichen Kontakte und der Team-Spirit fehlen natürlich, wenn New Worker die volle Arbeitszeit alleine vor dem Rechner zuhause verbringen.

Ohne die Möglichkeit Homeoffice würde in vielen Unternehmen zurzeit die Arbeit vollständig ruhen. Wer allerdings engagiert zuhause arbeitet, fühlt sich zum Feierabend vielleicht geschaffter, als wenn er aus dem Büro noch nach Hause pendelt.

Jürgen Bothner, der Landeschef der Gewerkschaft Verdi Hessen, weisst im Gespräch mit dem HR anlässlich der Umfrage darauf hin, dass Besprechungen und Konferenzen im Homeoffice intensiver geworden sind. Es fehlten die kleinen Entspannungsmomente beim Kontakt mit anderen Beschäftigten beispielsweise in der Kaffeeküche.

Bothner sieht im Homeoffice „unter dem Strich eine große Falle“. Man benötige eine gehörige Portion Selbstdisziplin, damit man eben nicht weit mehr arbeitet, als man dem Arbeitgeber schuldet. Zurzeit seien die strengen Arbeitszeitregeln vorübergehend aufgehoben, in der Corona-Krise kann länger gearbeitet werden als die üblichen täglichen acht Stunden oder ausnahmsweise auch bis zu zehn Stunden. Besonderen Wert solle man auf Arbeits- und Pausenzeiten legen, denn diese gelten natürlich auch auch im Homeoffice.

Selbst Microsoft-Chef Satya Nadella steht einer dauerhaften Heimarbeit seiner Mitarbeiter skeptisch gegenüber. Auch die Beschäftigten bei Microsoft arbeiten aktuell überwiegend im Homeoffice. Gegenüber der New York Times hat der Firmenchef jetzt erklärt, dass die Produktivitätskennzahlen vieler Microsoft-Angestellter im Homeoffice zwar angestiegen seien, das Arbeits-Modell aber zunächst nur bis Oktober 2020 befristet ist. Meetings würden beispielsweise auch pünktlich anfangen und enden.

Allerdings vermisst auch der Chef von Microsoft die physischen Meetings sowie Gespräche die man „in den zwei Minuten davor und danach“ mit Teilnehmenden führen kann. Die Büroarbeitszeit durch eine reine Remote-Arbeitszeit zu ersetzen, sieht Nadella daher skeptisch. Ein Dogma durch ein anderes zu ersetzen, hält er für nicht zielführend. Zudem befürchtet der Microsoft-Chef, dass etwaige Probleme der ausschließlich im Homeoffice-Beschäftigten aus der Ferne nicht erkannt werden können.

New Work heißt auch, individuelle Angebote zu machen

Alleine der Gedanke an eine Rückkehr aller Beschäftigten in Großraumbüros erscheint in Zeiten der Corona-Pandemie regelrecht abwegig. Ganz abgesehen von der Umsetzung der Möglichkeit für alle Angestellten, mit dem Fahrstuhl unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln täglich bis in den 32 Stock eines Bürokomplexes zu reisen. Ein technisch nicht umsetzbares Ansinnen, welches noch dazu wie völlig aus der Zeit gefallen erscheint, wenn man zur Fahrstuhlfahrt noch eine oder zwei Stunden Arbeitsweg bis zur Ankunft am Fahrstuhl einrechnet.

Während Nähe im offenen Office bislang noch als produktivitätssteigernd galt, was von den meisten betroffenen Beschäftigten jedoch schon immer eher gegenteilig empfunden wurde, sorgt sie jetzt für noch mehr Unwohlsein und eine hohe Infektionsgefahr.

Ein gesetzliches „Recht auf Homeoffice“ festschreiben zu wollen zeugt von einer gewissen Realitätsferne der politisch Verantwortlichen. Es ist ebenso abwegig, wie der Ansatz, nach der Krise wieder alle Beschäftigten im Großraumbüro zu versammeln und an alte Gewohnheiten anzuknüpfen.

Die logistischen Herausforderungen an dauerhafte Homeoffice-Lösungen sind dabei nicht zu unterschätzen und auch rechtliche Vorgaben sind zu beachten. Die ersten Schritte zum erfolgreichen New Work sind sehr viele Unternehmen allerdings bereits zum mobilen Arbeiten übergegangen. Die Arbeitswelt wird sich weiter hin zu mehr Mobilität verändern.

New Work mobiles Arbeiten

Anforderungen für New Work müssen erfüllt sein

Vor allem junge Leute sehen, wie groß die Chancen der Digitalisierung für die eigene Karriere auch international sind. Skeptischer stehen die Beschäftigten in Deutschland den Veränderungen gegenüber, wenn sie in den letzten Arbeitsjahren vor der Rente stehen. Die Krise bietet allerdings viele neue Chancen und für alle Büro-Beschäftigten individuelle Möglichkeiten, ihren Arbeitsplatz flexibel und mobiler zu gestalten.

Wir haben einige Tipps und Hinweise zu Homeoffice und mobilem Arbeiten zusammen gestellt:

Der Arbeitsplatz im Homeoffice muss natürlich, genau wie im Betrieb, allen Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften entsprechen. Der Arbeitgeber muss ebenfalls sicherstellen, dass beispielsweise sichere Internetverbindungen und Computer genutzt werden.

Da viele dieser Anforderungen in der Hektik der Krise von Unternehmen nicht schnell erfüllt werden konnten, spricht man bei den aktuell praktizierten Lösungen auch nicht von Homeoffice, sondern eher von mobilem Arbeiten.

Viele Beschäftigte arbeiteten beispielsweise zuhause im eigenen W-Lan-Netz mit privaten Computern oder Smartphones, was so im eigentlichen Homeoffice nicht vorgesehen ist. Nur die wenigsten Beschäftigten haben sicher die Computer und Telefone aus ihren Betrieben mitgenommen.

Es ist also für dauerhaftes Arbeiten im Homeoffice erforderlich, die Infrastruktur auch vor Ort entsprechend gesetzlicher Vorgaben anzupassen.

In der Krise und auch für die Zukunft sollten Unternehmen nicht an der Technik sparen. Statten Sie die Beschäftigten mit guten Laptops, Smartphones und der richtigen Software aus.

Sicher scheint es schon jetzt zu sein, dass die neue Technik auch noch nach Corona häufig zum Einsatz kommt.

Nach nur wenigen Wochen in der Krise gehören Telefon- und Videokonferenzen zum Büroalltag. Externe Kundenmeetings oder interne Abstimmungen finden großen Zuspruch und sogar digitale Onboardings werden schon als normaler empfunden.

Besonders Telefon- und Videokonferenzen laden natürlich dazu ein, dass immer nur diejenigen reden, die auch im Meeting-Raum sofort das Wort ergreifen und alle anderen sich berieseln lassen. Kreativität braucht einen passenden und gut moderierten Rahmen. Fragen Sie, verteilen Sie Aufgaben, lösen Sie sich davon, Präsentationen vorzuführen, suchen Sie den Dialog und kommunizieren Sie offen und transparent.

Als Führungskraft sollten Sie jetzt ihr Team nach Erfahrungen und Wünschen fragen. Nutzen Sie den aktuellen Schwung für die Umsetzung langfristige Pläne zu New Work. Besprechen Sie auch die individuellen Möglichkeiten für optimales mobiles Arbeiten mit ihren Beschäftigten. Hier sollte es keine "Gruppenlösung" geben, die für Beschäftigte in ganzen Abteilungen oder sogar abteilungsübergreifend gilt und die Möglichkeiten zeitgemäßen Arbeitens unnötig einschränkt. Die genannte Umfrage hat gezeigt, dass manche Mitarbeiter*innen erfolgreich zuhause arbeiten, während andere eigentlich viel lieber jeden Tag im Büro sind.

Haben Sie wirkliche Leadership-Qualitäten? Das zeigt sich jetzt in der Krise. Lösen Sie sich von Kontrollzwängen: Kontrolle ist gut, Vertrauen allerdings viel besser.

Eine wirklich gute Führung setzt bei New Work auf Vertrauensvorschüsse, eine offene Kommunikation und klare Prioritäten. New Work heißt nicht Chaos, sondern Struktur und Transparenz.

Rund 44 Prozent der Deutschen denken, dass die Arbeitsbelastung durch die digitale Transformation steigen wird. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, denn die täglich Flut an E-Mails belastet schon jetzt. Resultierend aus der technischen Weiterentwicklungen drohen Jobverluste. Die Forderung nach ständigen Fortschritten lähmt statt anzutreiben und zu motivieren.

Halten Sie auch im mobilen Arbeiten gesetzliche Vorgaben an Arbeitszeiten und Pausen ein. Nehmen Sie sich Auszeiten im Job und nutzen Sie diese, um Neues auszuprobieren und zu erlernen.

Kreativität und Weiterbildung lassen eine Win-Win-Situation für Unternehmen und motivierte Beschäftigte entstehen. Umdenken ist die Voraussetzung, um möglicherweise entstehenden Druck in etwas Positives umzuwandeln.

Eine Telefonkonferenz leiten, den Lebenslauf auf Social Media Plattformen pflegen, ein Videocall absolvieren, an einem Webinar teilnehmen, digitale Services nutzen und schnell neue Software testen und einsetzen, das fällt Digital Natives deutlich leichter, als womöglich den älteren Kollegen*innen im Team.

Erfolg ist allerdings nicht nur eine Frage der Technik und des Digitalisierungsgrades. Innovation braucht verschiedenen Köpfe und Erfahrungen. Innovation lebt von Diversität. Wenn Ihr Unternehmen die Geschwindigkeit beibehalten oder steigern soll, müssen Sie das komplette Team mitnehmen. Für Führungskräfte heißt das zukünftig: Wissen vermitteln und Ängste nehmen, Vertrauen aufbauen und motivieren.

Kontakt zu Simple Web-Solutions aufnehmen

Haben Sie diesen Artikel gerne gelesen und für Sie wichtige Informationen gefunden? Geben Sie uns gerne ein Feedback zum Artikel.

Sie erreichen die Simple Web-Solutions GmbH telefonisch unter 06003 / 93456-0 oder über das Kontaktformular.

Mehr Informationen zum Thema:

https://www.hessenschau.de/wirtschaft/hr-umfrage-mehrzahl-der-hessen-will-nicht-im-homeoffice-arbeiten,homeoffice-zahlen-100.html

https://t3n.de/news/microsoft-chef-satya-nadella-1281879/

[Fotos von cottonbro | Pexels]

 

Datenschutz
Wir, Simple Web-Solutions GmbH (Firmensitz: Deutschland), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, Simple Web-Solutions GmbH (Firmensitz: Deutschland), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: