Google Update sorgt für Wirbel

Google Update sorgt für Wirbel

Google Update

Google führt jedes Jahr über 600 Anpassungen und Aktualisierungen an seinen Algorithmen durch. Diese Updates werden von Google meist nicht angekündigt und geschehen oft unbemerkt.

Für Mai 2021 ist jetzt ein Google Update angekündigt, dass Rankings durcheinander wirbeln wird. Core Web Vitals werden zum offiziellen Rankingfaktor in den Google SERPs (Search Engine Result Pages).

Google Update Mai 2021: Aktualisierung des Ranking-Algorithmus

Ziel der Google Updates ist immer eine Verbesserung der Relevanz und Qualität der Suchergebnisse. Aber auch Suchmaschinen-Spam wird mit der Optimierung des Algorithmus bekämpft.

Mit dem Mai-Update startet Google seine Initiative Web Vitals. So soll eine einheitliche Anleitung für Qualitätssignale bereitgestellt werden, die für eine hervorragende Nutzungserfahrung im Web unerlässlich sind.

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat zunehmend damit zu kämpfen, dass das Ökosystem, in dem der Marktführer sich bewegt, nicht dem Konzern gehört. Im Gegensatz zu Google setzen Apple, Amazon oder Facebook/Instagram auf in sich vollständig geschlossene Systeme und haben so die vollständige Kontrolle.

Google beherrscht mit dem Browser Chrome den Desktop-Browsermarkt sowie mit dem Betriebssystem Android den Smartphone-Markt. Konsequent geht Google jetzt also gene strukturelle Nachteile vor. Seit einiger Zeit schon forciert Google die Nutzung von SSL sehr stark und drängt auf Mobile-First-Webseiten. Accelerated Mobile Pages (AMP), wörtlich übersetzt also beschleunigte Mobilseiten, wurde schon 2015 unter Federführung von Google herausgebracht und ist ein speziell für die Erstellung von Webseiten für mobile Endgeräte entwickeltes Derivat von HTML.

Die Nutzung von SSL wurde bereits ebenso zum Ranking-Faktor wie Mobile-Friendliness von Webseiten.

Core Web Vitals ist der neue Google Maßstab für Page Experience

Google kann natürlich Betreiber*innen von Webseiten nicht einfach direkt zu Anpassungen an Webseiten verpflichten. Also setzt man auf das Druckmittel der besseren Rankings.

Nun ist es kein Geheimnis, dass der Suchmaschinen-Riese das Nutzungsverhalten von Suchenden kontinuierlich analysiert. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die Präferenzen der Suchenden bei den Webseiten liegen, die die User Experience positiv bedienen. Daraus folgt also, dass Google die Liste der Rankingfaktoren, die dem Algorithmus zugrunde liegen, auch kontinuierlich erweitert, um immer bessere Suchergebnisse ausliefern zu können. Nach wie vor gilt hier beispielsweise der Page Speed als einer der wichtigsten Faktoren für eine positive User Experience.

Google hat jetzt also angekündigt, seine Wünsche an Betreiber*innen von Webseiten künftig im Ranking-Faktor Page Experience zusammenzufassen. Es kommen also mit den Core Web Vitals drei neue Werte als Maßstab für Rankings auf uns zu.

Was sind Core Web Vitals?

Mit den Web Vitals wird Google zukünftig neue Metriken etablieren, um die User Experience von Webseiten messbar zu machen. Google konzentriert sich hier auf technische Performance. Mit drei elementaren neuen Metriken will Google die Page Experience und die User Experience vergleichbar machen.

Das sind die drei Core Web Vitals

Bei den Core Web Vitals handelt es sich um die drei folgenden Messwerte. Hier geht es in der Messung um Millisekunden.

Mit dem Core Web Vital Largest Contentful Paint (LCP) wird gemessen, wie lange es in dauert, bis der Hauptinhalt der Webseite geladen wird und für Nutzende sichtbar wird.
Während früher verstärkt auf das erste Erscheinen von Content geachtet wurde (First Contentful Paint/FCP), ist Google jetzt davon abgekommen und misst, wie lange es dauert, bis der Hauptinhalt erscheint.

Gemessen wird die Zeit zwischen der Anforderung einer Webseite und dem Erscheinen des Hauptinhaltes im Browser in Sekunden. Google nennt hier folgende Bewertungskriterien:

  • Gut: weniger als 2,5 Sekunden
  • Verbesserungswürdig: bis zu 4 Sekunden
  • Schlecht: mehr als 4 Sekunden

Mögliche Gründe für schlechte LCP sind:

  • Lange Antwortzeiten des Webservers
  • Ressourcen blockieren das Rendering
  • Langsam ladende Ressourcen wie z.B. Bilder und Videos
  • Client-seitiges Rendering

First Input Delay (FID) misst, wie schnell Besucher*innen von Webseiten mit der Seite interagieren können. Denn Google geht davon aus, dass Nutzende, sobald eine Webseite geladen ist, in der Regel auch eine Interaktion suchen. Dies kann beispielsweise ein Formular zum Ausfüllen sein, Bilder zum Vergrößern oder eben auch ein Link zum Klicken.

Hier misst First Input Delay die Zeitspanne zwischen der Interaktion und dem Zeitpunkt, an dem der Browser auf diese Interaktion reagiert.

  • Gut: weniger als 0.1 Sekunden
  • Verbesserungswürdig: bis zu 0,3 Sekunden
  • Schlecht. Mehr als 0,3 Sekunden

Mögliche Gründe für schlechten FID sind:

  • Lange JavaScript Ausführungszeit
  • Große JavaScript Bündel
  • Render-Blockade blockiert JavaScript

Cumulative Layout Shift (CLS) analysiert, ob sich das Layout einer Webseite nach dem Laden noch ändert. Wenn es das tut, wird gemessen, wie stark diese Veränderung ausfällt.

Es geht hier also um die visuelle Stabilität einer Webseite, denn zunehmend komplexe Webseiten laden Teile des Inhaltes asynchron im Hintergrund, um die Ladezeiten niedrig zu halten. Wenn Ladevorgänge nicht aufeinander abgestimmt sind, kann dies dazu führen, dass die Inhalte der Seite springen, während Nutzerinnen und Nutzer diese bereits lesen wollen.

Google misst hier, wie häufig bereits sichtbare Elemente nachträglich verschoben werden und gewichtet, wie weit diese verschoben werden.

  • Gut: weniger als 0,1
  • Verbesserungswürdig: bis zu 0,25
  • Schlecht: mehr als 0,25

Mögliche Gründe für schlechten CLS sind:

  • Anzeigenbanner verursachen größte Änderungen im Layout
  • Dynamisch Content
  • Cookie-Hinweis
  • Web Fonts die FOIT/FOUT verursachen

Wie werden die Core Web Vitals von Google gemessen?

Um die Google Core Web Vitals zu messen, gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Herangehensweisen: die Labor-Daten (lab data) und die Feld-Daten (field data).

Sowohl Labor- als auch Feld-Daten haben ihre Berechtigung und man wird zukünftig mit beiden Arten von Messdaten arbeiten müssen, um die Core Web Vitals dauerhaft erfolgreich zu analysieren und zu verbessern.

Die Performance-Messung basiert auf Google Lighthouse. Neben vielen weiteren spannenden Kennzahlen ermittelt Google Lighthouse im Chrome Browser auch die Core Web Vitals.

Labor-Daten haben hier natürlich den Vorteil, dass sie unter kontrollierten Bedingungen gemessen werden. Verändern sich Messwerte auffallend, wird dies folglich nicht an der Umgebung liegen, sondern an der analysierten Webseite. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man nach Änderungen an einer Webseite sofort beliebig häufig weitere Messungen vornehmen sowie direkt testen und bewerten kann.

Der Nachteil der Labor-Daten ist, dass sie eben nicht das echte Nutzungserlebnis abbilden. Labor-Daten sind immer synthetische Daten und nur so gut, wie die Einstellungen, unter denen sie erhoben werden.

Der Vorteil der Nutzungsdaten ist, dass sie die echte Erfahrung von Nutzer*innen auf einer Webseite messen. Besuchen viele Nutzer*innen eine Webseite mit langsamen Internetverbindungen und alten Smartphones, dann wird sich dies in den Nutzungsdaten zeigen.

Allerdings haben auch Nutzungsdaten Nachteile. Nur ein kleiner Teil der Chrome-Nutzenden sind im Panel für die Datenerhebung. Gerade bei wenig besuchten Webseiten gibt es damit keine ausreichende Datenbasis für aussagekräftige Analysen. Auch laufen die Auswertungen zeitverzögert und werden nur monatlich veröffentlicht. Die Daten sind also entsprechend veraltet. Änderungen und Anpassungen an einer Webseite siehst man in den Nutzungsdaten unter Umständen erst mit einigen Wochen Verzögerung.

Webseiten und Systeme sind verschieden und müssen entsprechend unterschiedlich optimiert werden. Die Core Web Vitals sind hierbei vermutlich eine der aktuell technisch anspruchsvollsten Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung. Man muss für die Optimierung viel Verständnis für Internet-Technologien mitbringen.

In der Praxis wird die Optimierung der Core Web Vitals wohl so ablaufen, dass man auf Basis von Labor-Daten die Metriken für eine Webseite regelmäßig überprüft, um dann in größeren Intervallen zu prüfen, wie sich die Verbesserungen auch bei den Nutzungsdaten entwickeln.

Welche Kriterien gelten für Page Experience?

Die Kriterien für Page Experience umfassen vier wichtige Bestandteile:

Die Eigenschaft Mobile friendly sollte mittlerweile eigentlich eine Selbstverständlichkeit bei Webseiten und Onlineshops sein. Responsive Design, also die optimale Darstellung von Internetangeboten auch auf kleineren Bildschirmen wie bei Smartphone oder Tablet, ist eigentlich seit vielen Jahren Pflicht.

Absolutes Pflichtprogramm, dies gilt auch für Safe Browsing, denn Datenschutz ist nicht erst seit der DSGVO auch für Besucher*innen von Webseiten ein wichtiges Themen geworden. Insbesondere dann, wenn es um personenbezogene und finanztechnischen Daten sowie deren Sicherheit geht, ist ein hoher Sicherheitsstandard erforderlich und ein Must-have.

Auch HTTPS ist eine bewährte Technologie und gehört seit langer Zeit eigentlich bereits zum Pflichtprogramm für Webseiten. Das Hypertext Transfer Protocol wird durch Secure ergänzt. Das Kommunikationsprotokoll im Internet stellt durch die Transportverschlüsselung der Daten sicher, dass diese nicht von Cyberkriminellen gekapert werden können.

Hier geht es um das Vermeiden von Werbebannern, welche sich in den oberen Teil des Browsers einschieben und Inhalte von Webseiten verschieben. Dies führt zu einer schlechten User-Experience.

Google Update Teil 1: Desktop Content wird nicht mehr indexiert

Seit März 2021 wird der Desktop Content, also die Inhalte von Webseiten, die auf einem Desktop Computer-Monitor erscheinen, nicht mehr indexiert. Google konzentriert sich auf die mobilen Versionen von Webseiten.

Die Strategie der „Mobil-First-Indexierung“ von Google ist allerdings auch schon seit 2017 im Gange. Aktuell ist es noch so, dass Google die Inhalte der mobilen Variante einer Webseite zuerst untersucht und sie dann in den Index aufnimmt. Seit März 2021 ist es so, dass Google nur noch Inhalte in den Index aufnimmt, die mobil optimiert abrufbar sind.

Google Update Teil 2: Google Core Web Vitals

Ab Mai 2021 wird es die nächste Aktualisierung geben. Dann wird es um die Google Core Web Vitals gehen. Die Anforderungen von Nutzer*innen stehen also dann noch stärker im Fokus von Google.

Die „Search Signals for Page Experience“ werden ab Mai in das Google Ranking einfließen. Zudem plant Google, Webseiten, welche die Core Web Vitals erfüllen, in den Suchergebnissen früher besonders hervorzuheben.

Was kann man jetzt in Bezug auf die Core Web Vitals tun?

Wie stark sich der neue Faktor tatsächlich auf das Ranking einzelner Webseiten auswirkt, lässt sich nicht abschätzen. Wie immer bei Google Updates heißt es zunächst nicht hektisch zu agieren, sondern zunächst einmal abzuwarten, Auswirkungen zu analysieren, konkrete Maßnahmen abzuleiten und zu ergreifen.

Das Google mit der neuen Entwicklung den Anforderungen von Nutzer*innen gerecht werden wird, zeigen bereits einige Studien. Besucherinnen und Besucher von Webseiten schätzen positive Nutzungserfahrungen auf Webseiten sehr.

Für eine positive User Experience sprechen klare Fakten:

  • Webseiten werden häufiger besucht und intensiver genutzt, was eine längere Verweildauer mit sich bringt. Zudem werden mehr Unterseiten angesehen.
  • Nutzende entwickeln ein stärkeres Vertrauen in die Webseiten, was wiederum auch auf das Vertrauen in das anbietende Unternehmen einzahlt.

Positive User Experience funktioniert natürlich nicht alleinstehend. Sie geht Hand in Hand mit guten Inhalten. Kombiniert man zur guten Redaktionsarbeit für ein Internetangebot die intensivere Betrachtung der Nutzungserfahrung, wird sich dies vermutlich positiv auf das Ranking auswirken.

Für die Optimierung von Inhalten wird immer vorausgesetzt, dass auch diverse Ebenen optimiert werden wie beispielsweise Bilder, Meta Tags, die Datenstruktur oder auch dass die verwendete Software aktuell und sicher ist.

  • Ist Ihr Internetangebot für mobile Nutzung optimiert oder setzen Sie noch auf "Desktop only"?
  • Bietet der Inhalt grundlegend neue oder eigenständige Informationen?
  • Beschreibt der Inhalt umfassend das Themas?
  • Finden sich im Inhalt aufschlussreiche Analysen oder nicht offensichtliche Informationen?
  • Wurde der Inhalt einfach aus einer anderen Quelle kopiert oder umgeschrieben?
  • Liefert der Inhalt nach einer Überarbeitung einen erheblichen Mehrwert?
  • Bieten Überschrift und/oder Seitentitel eine hilfreiche Zusammenfassung des Inhalts?
  • Verwenden Sie in Überschriften und/oder Seitentiteln übertriebene Formulierungen?
  • Würden Sie für diese Inhalte ein Lesezeichen setzen?
  • Ist der Inhalt so gut, dass Sie ihn mit Freunden teilen würden oder sogar weiter empfehlen?
  • Ist der Inhalt gut genug, um in einer Zeitschrift, Enzyklopädie oder einem Buch zu erscheinen oder dort referenziert zu werden?
  • Finden sich im Inhalt vertrauensfördernde Informationen wie beispielsweise Quellenangaben, Nachweise für Fachwissen, Informationen zum Autor oder zur Website, ergänzende Links zum Autor oder zu einer About Page?
  • Ist der Inhalt der Website vertrauenswürdig in der Form, dass er als allgemein anerkannt und fundiert in Bezug auf das Thema erscheint?
  • Wurde der Inhalt von einem Experten erstellt?
  • Haben Sie den Eindruck, dass der Experte das Thema nachweislich gut kennt?
  • Ist der Inhalt frei von leicht zu überprüfenden sachlichen Fehlern?
  • Würden Sie dem Inhalt auch vertrauen, wenn es um Fragen zu Ihrem Geld oder Ihrem Leben geht?
  • Ist der Inhalt frei von Fehlern in der Rechtschreibund oder von Stilproblemen?
  • Wurde der Inhalt schlampig produziert oder erscheint er seriös?
  • Wird der Inhalt in Massenproduktion erstellt oder über ein großes Netzwerk von Websites verteilt?
  • Enthält der Inhalt viele ablenkende Werbeanzeigen?
  • Wird der Inhalt auf Mobilgeräten richtig angezeigt?
  • Bietet der Inhalt im Vergleich zu anderen Seiten in den Suchergebnissen einen erheblichen Mehrwert?
  • Dient der Inhalt den echten Interessen der Besucher oder zielt er nur auf eine gute Platzierung in den Suchergebnissen?

Wenn Sie alle oder die meisten dieser Fragen positiv beantworten können, dann haben Ihre redaktionellen Inhalte gute Chancen, auch im Ranking von Google gut abzuschneiden.

Kontaktaufnahme zu Simple Web-Solutions und Feedback zum Artikel

2020 hat bereits gezeigt, dass Sie sich in Sachen SEO für das Jahr 2021 wappnen sollten. Jetzt steht im Mai 2021 ein Google Update an, welches neue Maßsstäbe setzen wird. Sie starten allerdings nie zu früh, wenn Sie sich frühzeitig auf das nächste Core Update vorbereiten. Wir unterstützen Sie gerne:

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