EuGH Cookie-Urteil: Das Ende des Online-Marketings?

EuGH Cookie-Urteil: Das Ende des Online-Marketings?

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Nach dem EuGH Cookie-Urteil wird sich die Marketing-Welt im Internet einschneidend verändern. Jeder kennt die mittlerweile fast lästigen Cookie-Banner auf Websites und Onlineshops. Sie informieren Nutzer beim Start einer Website oder eines Onlineshops darüber, welche Cookies und Tracking-Methoden vom Betreiber eingesetzt werden. Cookies speichern Informationen zum Surfverhalten der Besucher auf der Festplatte des Nutzers. Bei einem erneuten Besuch eines Internetangebotes kann der Nutzer so wiedererkannt werden.

Einwilligung in Cookies und Tracking darf nicht voreingestellt sein

Informationen zum Surfverhalten können durch den Einsatz von Cookies natürlich auch für Werbung genutzt werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nun entschieden, dass Nutzer selbst das Häkchen zur Einwilligung und Speicherung ihrer Daten setzen müssen. Der Speicherung von Cookies und dem Tracking müssen User jetzt aktiv zustimmen.

EuGH Cookie-Urteil entlastet Verbraucher

Aktuell bieten Cookie-Banner in der Regel die Möglichkeit, per Opt-out voreingestellte Häkchen abzuwählen. Das macht natürlich kaum jemand, man klickt das lästige Banner einfach weg und akzeptiert damit die Voreinstellungen. Damit ist jetzt also Schluss. Wer Besucher tracken möchte, muss sich im Cookie-Banner deren aktive Zustimmung bestätigen lassen. Häkchen werden zukünftig nicht mehr weggeklickt, sondern aktiv gesetzt.

Die Ausnahme von der neuen Regel

Natürlich gibt es auch beim aktuellen EuGH Cookie-Urteil Urteil wieder „Ausnahme-Cookies“. Dabei handelt es sich um für den Betrieb einer Website oder eines Onlineshops technisch notwendige Cookies. Diese können beispielsweise für den Login oder den Warenkorb notwendig sein.

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband gegen den Online-Gewinnspielanbieter Planet49. Auf der Website des Anbieters wurde eine entsprechende Voreinstellung genutzt. Planet 49 hatte auf der Anmeldeseite eines Gewinnspiels ein Kästchen eingebaut, bei dem bereits ein Häkchen zur Zustimmung gesetzt war. User willigten so also automatisch in die Anwendung von Cookies ein. Der dort bereits gesetzte Haken konnte zwar vom Nutzer entfernt werden, doch die Verbraucherzentrale hielt dieses Vorgehen für nicht zulässig.

Die angebotene Opt-out-Lösung vermittle Usern keine aussagekräftigen Informationen und biete keine rechtskonforme Wahlmöglichkeit, so der Standpunkt der Verbraucherzentrale. Die Richterinnen und Richter des Europäischen Gerichtshofs folgten dieser Argumentation. Internetnutzer sollen vor Eingriffen in die Privatsphäre geschützt werden. Im Urteil heißt es entsprechend, dass durch ein voreingestelltes Ankreuzkästchen die erforderliche Einwilligung der Nutzer in die Verwendung von Cookies nicht wirksam erteilt wird.

Was bedeutet das EuGH-Cookie-Urteil für das Online-Marketing?

Ohne ein wirkungsvolles Tracking des Userverhaltens auf Webseiten oder in einem Onlineshop sind die aktuell angewendeten Marketing-Methoden wir Programmatic Advertising, Remarketing und ähnliche Marketingformen nicht mehr einsetzbar. Zukünftig ist ein Tracking ohne die Zustimmung der Nutzer allerdings nicht mehr einfach umsetzbar. Und die Internetgemeinde hat meist keine große Lust, einer Cookie- oder Tracking-Lösung zuzustimmen und dann mit Werbung belästigt zu werden.

Das Online-Marketing, wie es aktuell betrieben wird, ist also angezählt und muss sich neu erfinden. Das wird sicher spannend und eröffnet immer auch Räume für neue Ideen. Erste Konzepte bieten beispielsweise schon spezielle kostenpflichtige Angebote für den werbe- und trackingfreien Zugang an. Der Nutzer muss dann zumindest bewusst entscheiden, ob er für ein werbefreies Angebote mit Geld bezahlt oder ob er mit seinen Daten den kostenfreien Zugang bezahlt.

Das sagt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Ulrich Kelber, begrüßte in einem Statement die Entscheidung des EuGH. Er geht davon aus, dass der Gesetzgeber bei der anstehenden Novellierung des Telemediengesetzes das EuGH Cookie-Urteil berücksichtigt.
Eine rechtsklare Regelung ist laut Ulrich Kelber insbesondere im Zusammenhang mit der Verwendung der heute noch üblichen Cookie-Banner mehr als überfällig. Nach dem Urteil des EuGH können diese grundsätzlich nicht mehr als rechtskonforme Grundlage für das Setzen von Cookies herangezogen werden.

Fazit

Das EuGH Cookie-Urteil lässt aktuell noch Interpretationsspielraum. Mittelfristig wird aber in Deutschland kein Weg an einer Opt-in-Lösung für Cookies zu Werbezwecken vorbei führen. Es ist also durchaus empfehlenswert, bereits jetzt die Cookie-Banner auf Webseiten und Onlineshops auf eine Cookie-opt-in-Lösung umzustellen und dann zukünftig den Anforderungen anzupassen.

So kann Simple Web-Solutions helfen

Durch Implemetierung eines Partner-Produktes können wir Ihre Cookie-Banner aktuell und auch zukünftig nach den entsprechend geforderten Standards anpassen.

Ihre Vorteile:

  • Die Verwaltung aller Drittanbieter-Cookies wird deutlich einfacher
  • Wir scannen Ihre Website oder den Onlineshop regelmäßig nach Cookies.
  • Ihre Cookie-Erklärung wird von uns regelmäßig aktualisiert und bei Bedarf neu erstellt.
  • Ein pseudonymisiertes Protokoll Ihrer Einwilligungen wird erstellt und anonym gespeichert.
  • Sie bekommen ein erstklassiges Design Ihrer Cookie-Banner
  • Sämtliche Sprachen können nach Bedarf hinzugefügt werden.

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Mehr Informationen zum EuGH Cookie-Urteil:

https://t3n.de/news/hat-eugh-seinem-cookie-urteil-1214919

https://www.e-recht24.de/artikel/datenschutz/11648-eugh-urteil-cookies-einwilligung.html

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